Die Aar-Salzböde-Bahn
Von Herborn nach Niederwalgern

Die 43 Kilometer lange Strecke der Aar-Salzböde-Bahn zweigt in Herborn (Dillkr)von der Hauptstrecke Siegen - Wetzlar - (Gießen) ab. Die Trasse folgt dem Verlauf der Aar mit den Halten Burg, Herbornseelbach Ballersbach, Bicken und Offenbach bis Bischoffen, welches am Rande des Aarstausee liegt. Im folgenden Verlauf schlängelt sich die Bahn hinauf nach Hartenrod, wobei die Haltepunkte Übernthal und Eisemroth passiert werden. Der Bahnhof von Hartenrod liegt in Hanglage am oberen Rand des Ortes, welcher an einer Stelle mittels  eines Viaduktes überquert wird. Im Winter sieht man an den Hängen der Berge, die letzten Ausläufer des Gladenbacher Berglandes, die Skifahrer die Pisten hinunterrasen. Nach dem Halt im Kurort Bad Endbach folgt ein weiterer Viadukt, welcher das Tal der Salzböde in gesamter Breite überquert. Am Hang entlang geht es nun über Wommelshausen und Weidenhausen nach Gladenbach, dem ehemaligen betrieblichen Mittelpunkt der Bahn. Umfangreiche Gleisanlagen sowie ein zweiständiger Lokschuppen zeugen heute noch von einer betriebsamen Zeit. Sogar eine LKW-Waage gab es am Ladegleis. Im weiteren Verlauf wird das Terrain langsam ebener, es folgen noch die zwei Halte Lohra und Damm - Dorf, und dann geht es auf gut fünf Kilometern hinunter ins Lahntal zum Endpunkt Niederwalgern, von wo im Berufsverkehr einige Fahrten bis oder von Marburg/Lahn geführt wurden.


Ein VT 628 auf dem Viadukt in Hartenrod

Im Jahr 1888 beschloss die preußische Regierung den Bau einen Nebenbahn von Niederwalgern nach Weidenhausen. Zwei Jahre später begannen die Arbeiten und am 12. Mai 1894 wurde die Strecke eingeweiht. Am 15. Juli 1901 war die Strecke dann bis Hartenrod fertiggestellt. Ein Jahr später, am 1. August 1902, war es dann soweit, die Strecke war durchgehend bis Herborn befahrbar. 

 

Mitte der neunziger Jahre ist das Fahrtenangebot soweit herabgeschraubt worden, dass die Züge nur noch Werktags und am Samstag bis zum Mittag fuhren. Zum Sommefahrtplan 1995 wurde zum 31.Mai der Betrieb zwischen Hartenrod und Niederwalgern eingestellt und auf Busverkehr umgestellt. Die Gleisanlagen blieben bis heute erhalten, lediglich einige Bahnübergänge wurden im Herbst 2001 demontiert und neu asphaltiert. Lange Zeit wurde der Personenverkehr mit Schienenbussen der Baureihen VT 95 und später VT 98 (BR798) erbracht. 1989 wurden sogar Schienenbusse der Baureihe VT 98 auf Einmannbetrieb umgerüstet und als Baureihe 796 bezeichnet. Damit war im Dezember 1989 schon wieder Schluss. Bis zum Juni 2001 wurde der Verkehr zumeist mit Dieseltriebwagen der Baureihe 628 vom Betriebswerk Gießen gefahren, Verstärker im Berufsverkehr mit Silberlingen und Dieselloks der Baureihen 215 und eventuell 212. Den letzten fahrplanmäßigen Zug zog 215 068 am 8.6.2001. Am Samstag, den 9.6.2001 kam eine Dampflok der Betzdorfer Eisenbahnfreunde zum Einsatz, die 52 8134. 


der letzte Sonderzug bei seiner Einfahrt in Herborn

Leider haben sich die Bahn, die Anliegergemeinden und dem  Rhein-Main Verkehrsverbund nicht zu einem weiteren Betrieb auf der Strecke durchringen können. Auch das Interesse von in der Nähe operierenden Privatbahnen wie der Hellertalbahn oder der Hessischen Landesbahn konnte zu keinem fruchtenden Ergebnis gebracht werden. Die Bahnhöfe liegen zum Teil außerhalb der Orte, und sind nur zu Fuß zu erreichen, da es keine Parkmöglichkeiten gibt. Einzig die Schülerzüge waren wirklich ausgelastet und es wird sich zeigen, ob das ersetzende Busangebot den Schülerverkehr qualitativ gleichwertig ersetzten kann.

Stand dieser Internetseite: 9.11.2002